Pendlerpauschale-Rechner 2026

Alle 4 USPs in einem Rechner: Reform-Vergleich (Vor/Nach), Dienstwagen-Versteuerung (0,03 %-Regel), Homeoffice-Kombi und Mobilitätsprämie für Geringverdiener. 38 Cent ab dem 1. Kilometer — was bringt's wirklich?

Aktualität · 01.01.2026

Pendlerpauschale-Reform 2026 in Kraft

Das Steueränderungsgesetz 2025 (Bundestag 04.12.2025, Bundesrat 19.12.2025) hat die Entfernungspauschale auf einheitlich 38 Cent ab dem 1. Kilometer erhöht. Vorher: 30 Cent für km 1–20, 38 Cent ab km 21. Bundesentlastung 1,1 Mrd € (2026) und 1,9 Mrd € ab 2027. Außerdem ist die Mobilitätsprämie dauerhaft entfristet (bleibt aber auf Wege ab 21 km beschränkt).

Weitere Änderung des StÄndG 2025: Gewerkschaftsmitglieder können ihre Beiträge ab 2026 zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.230 €) als Werbungskosten absetzen.

Rechtsgrundlage: § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG · §§ 101–104 EStG

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Stufe 1

Vor / Nach Reform — was die 38 Cent ab km 1 wirklich bringen

Pauschale 2025 (alt)

990 €

Pauschale 2026 (neu)

1.254 €

Mehrertrag pro Jahr

+264 €

+26.7 %

Berechnung 2025 (gestaffelt): 15 km × 30 Cent, an 220 Tagen.

Berechnung 2026 (einheitlich): 15 km × 38 Cent, an 220 Tagen.

Reform-Effekt im Strecken-Vergleich (220 Arbeitstage)

Bis 20 km steigt der Vorteil linear (+26,7 %), darüber bleibt der absolute Mehrertrag konstant bei +352 €/Jahr.

Steuerwirkung 2026

Werbungskosten gesamt
1.454 €
Arbeitnehmerpauschbetrag
1.230 €
Steuerwirksamer Anteil
224 €
Geschätzter Grenzsteuersatz
36 %
Geschätzte Steuerersparnis 2026: 81 €/Jahr

Schätzung — exakter Grenzsteuersatz auf grenzsteuersatz-rechner.de.

Stufe 4 · Hidden-Money für Geringverdiener

Mobilitätsprämie — direkte Auszahlung statt Steuerersparnis

Dein Einkommen liegt über dem Grundfreibetrag — die Pendlerpauschale wirkt als Werbungskosten-Abzug.

Die Mobilitätsprämie zahlt der Staat nur für Steuerzahler unter dem Grundfreibetrag (12.348 € 2026). Über dieser Grenze wirkt die Pendlerpauschale als Werbungskosten — siehe Stufe 1.

Hinweise

  • Steuerersparnis ca. 81 € pro Jahr — Werbungskosten liegen über dem Arbeitnehmerpauschbetrag.
  • Reform 01.01.2026: Einheitlich 0,38 €/km ab dem 1. Kilometer (vorher 30 Cent bis km 20).
  • Lohnsteuerermäßigung beantragen: höheres Netto MONATLICH statt erst mit Steuererklärung 2027.

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Bürgergeld & Grundsicherung

Was ist die Pendlerpauschale?

Die Pendlerpauschale (offiziell „Entfernungspauschale", § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG) ist ein Werbungskosten-Abzug für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt sie einheitlich 38 Cent pro Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer — vorher galten 30 Cent für die ersten 20 km und 38 Cent ab km 21. Sie gilt verkehrsmittelunabhängig: Auto, Fahrrad, ÖPNV oder zu Fuß.

Werbungskosten ≠ Steuerersparnis

Die Pauschale erhöht deine Werbungskosten — gespart wird aber erst, wenn alle Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € (2026) übersteigen. Nur der darüberliegende Teil senkt das zu versteuernde Einkommen, die tatsächliche Ersparnis hängt vom persönlichen Grenzsteuersatz ab. Beispiel: 264 € zusätzliche Werbungskosten bedeuten bei 30 % Grenzsteuersatz rund 79 € Steuerersparnis — nicht 264 €.

Wie hoch ist die Pendlerpauschale 2026?

38 Cent pro Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer, je tatsächlich gefahrenem Arbeitstag. Beispiel: 20 km × 220 Tage × 0,38 € = 1.672 € absetzbare Werbungskosten.

Wer hat Anspruch auf die Pendlerpauschale?

Alle Arbeitnehmer mit Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte — sowie Selbstständige (als Betriebsausgabe). Maßgeblich ist die einfache Entfernung, unabhängig vom Verkehrsmittel.

Unterschied Pendlerpauschale und Mobilitätsprämie?

Die Pauschale senkt als Werbungskosten das zu versteuernde Einkommen (wirkt ab km 1). Die Mobilitätsprämie ist eine direkte Auszahlung für Geringverdiener unter dem Grundfreibetrag — nur ab 21 km und nur auf die Pauschale ab dem 21. Kilometer.

Gilt die Pauschale auch fürs Fahrrad?

Ja, in vollem Umfang. Die Pauschale ist nicht an reale Kosten gebunden — Radfahrer bekommen dieselben 38 Cent/km wie Autofahrer, ohne Spritkosten zu haben.

Tipp · monatliches Netto erhöhen

Lohnsteuerermäßigung beantragen statt auf 2027 warten

Statt erst mit der Steuererklärung 2027 die Erstattung zu bekommen, kannst du jetzt einen Vereinfachten Antrag auf Lohnsteuerermäßigung beim Finanzamt stellen. Eingetragen wird die Pendlerpauschale als Freibetrag — ab dem nächsten Monat hast du höheres Netto auf dem Konto.

→ Schritt-für-Schritt-Anleitung

Reform-Effekt nach Strecke (2026 vs. 2025)

Zusätzliche Werbungskosten pro Jahr durch die 38-Cent-Reform, bei 220 Arbeitstagen. Der absolute Mehrertrag steigt bis 20 km und bleibt danach konstant bei 352 €.

Reform-Mehrertrag je Entfernung 20260100200300400+885 km+26,7 %+17610 km+26,7 %+26415 km+26,7 %+35220 km+26,7 %+35230 km+16,3 %+35250 km+9,2 %

Mehrertrag = zusätzliche Werbungskosten (nicht die Steuerersparnis). Die prozentuale Entlastung ist bei Kurzstrecken am höchsten (+26,7 % bis 20 km).

So pendeln typische Profile (2026)

Pauschale und grobe Steuerersparnis bei 220 Arbeitstagen. Erst wenn die Werbungskosten den Pauschbetrag (1.230 €) übersteigen, entsteht Ersparnis.

ProfilStreckePauschale 2026Steuerersparnis (ca.)
Stadt-Pendler5 km418≈ 0 €*
Vorort-Pendler15 km1.254ca. 7 €*
Land-Pendler35 km2.926ca. 509 €
Fern-Pendler60 km5.016ca. 1.136 €

* Pauschbetrag noch nicht (deutlich) überschritten — ohne weitere Werbungskosten kaum Ersparnis. Schätzung bei 30 % Grenzsteuersatz; der individuelle Wert weicht ab. Dein konkretes Ergebnis liefert der Rechner oben.

Häufig gestellte Fragen

Was hat sich 2026 bei der Pendlerpauschale geändert?
Einheitlich 38 Cent/km ab dem 1. Kilometer. Vorher: 30 Cent für km 1-20, 38 Cent ab km 21. Reform durch Steueränderungsgesetz 2025.
Wann wurde die Reform beschlossen?
Bundestag am 04.12.2025, Bundesrat am 19.12.2025. Inkrafttreten zum 01.01.2026.
Gilt die neue Pauschale für alle Verkehrsmittel?
Ja, verkehrsmittelunabhängig — auch beim Rad, E-Bike, ÖPNV oder Fußweg. Ausnahme: Flüge gelten weiterhin nur mit tatsächlichen Kosten.
Profitiere ich auch wenn ich Fahrrad fahre?
Ja — und zwar besonders. Du sparst dir die realen Kfz-Kosten, kassierst aber die volle Pauschale. Bei E-Bike-Leasing kommt der Doppeleffekt mit der Brutto-Lohnumwandlung dazu.
Was ist die Mobilitätsprämie?
Eine direkte Auszahlung des Staats für Geringverdiener — unter zwei Bedingungen: zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag (12.348 € 2026) UND Arbeitsweg mindestens 21 km. Sie beträgt 14 % der Pauschale AB dem 21. Kilometer (nicht ab km 1), Mindestbetrag 10 €. Seit 2026 dauerhaft entfristet.
Gibt es die Mobilitätsprämie mit der Reform 2026 ab km 1?
Nein. Die Mobilitätsprämie bleibt auf Pendelwege ab 21 km beschränkt und wird ausschließlich auf die Pauschale für die Kilometer ab dem 21. berechnet — auch nach der Reform. Wer unter dem Grundfreibetrag liegt, aber weniger als 21 km pendelt, erhält keine Prämie.
Kann ich Homeoffice-Pauschale UND Pendlerpauschale kombinieren?
Ja, aber nicht für denselben Tag. Pro Tag entweder 38 Cent/km Pendel-Pauschale ODER 6 € Homeoffice-Pauschale (max. 1.260 €/Jahr, 210 Tage).
Wie wirkt sich die Pendlerpauschale auf einen Dienstwagen aus?
Beide Effekte parallel: Die 0,03 %-Pendler-Versteuerung erhöht das Brutto, die Pauschale senkt es als Werbungskosten. Bei kurzen Strecken meist neutral bis positiv, ab ca. 20 km kippt es ins Minus.
Ab welcher Kilometerzahl lohnt sich die Pauschale steuerlich?
Sobald die Werbungskosten gesamt den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.230 €/Jahr übersteigen. Beispiel: 18 km × 220 Tage × 0,38 € = 1.504 € — über dem Pauschbetrag. Erst der darüberliegende Teil senkt die Steuer.
Sind Gewerkschaftsbeiträge zusätzlich absetzbar?
Ja, seit 1. Januar 2026 (Steueränderungsgesetz 2025). Gewerkschaftsmitglieder können ihre Beiträge zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € als Werbungskosten absetzen — sie werden nicht mehr in den Pauschbetrag eingerechnet.
Kann ich Lohnsteuerermäßigung beantragen?
Ja. Mit dem Vereinfachten Antrag auf Lohnsteuerermäßigung trägt das Finanzamt die Pauschale als Freibetrag ein — höheres Netto ab dem Folgemonat statt mit Steuererklärung 2027.
Was ist mit Selbstständigen?
Pauschale wirkt analog als Betriebsausgabe — 38 Cent/km ab km 1 für Fahrten zur ersten Betriebsstätte. Keine Pauschbetrag-Schwelle.
Gilt die Pauschale auch für Teilzeit?
Ja. Maßgeblich sind die tatsächlich gefahrenen Tage. 3-Tage-Woche ≈ 132 Tage, 4-Tage-Woche ≈ 176 Tage.
Wie viele Arbeitstage kann ich ansetzen?
Vollzeit-Faustregel: ~220 Tage/Jahr (nach Urlaub, Wochenenden, Feiertagen, Krankheit). Homeoffice-Tage zählen nicht als Pendel-Tage.
Was ist mit Doppeltem Haushalt?
Eigenständige Regelung (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG): Familienheimfahrten ZUSÄTZLICH zur Pendlerpauschale absetzbar, plus Unterkunftskosten am Arbeitsort bis 1.000 €/Monat.
Ist mein Rechner amtlich?
Nein. Schätzung nach § 9 EStG und §§ 101-104 EStG. Verbindlich ist nur der Steuerbescheid. Keine Steuerberatung im Sinne des StBerG.

8 Mythen rund um die Pendlerpauschale

Was sich aus Foren, Personalabteilungen und Stammtischrunden ins Halbwissen verirrt hat.

  • „Die Pendlerpauschale ist eine direkte Auszahlung.“

    Falsch (außer bei der Mobilitätsprämie). Sie wirkt als Werbungskosten-Abzug — du sparst Steuern, bekommst aber kein Geld direkt aufs Konto.

  • „Die Reform 2026 bringt allen mehr.“

    Bedingt. Wer schon vor 2026 über 20 km gependelt ist, bekommt absolut die gleiche Mehrentlastung wie ein 20-km-Pendler (+352 €/Jahr). Prozentual profitieren Kurzstrecken-Pendler am meisten (+26,7 %).

  • „Ich muss zwischen Pendlerpauschale und Homeoffice-Pauschale wählen.“

    Falsch. Beide kombinierbar — aber nicht für denselben Tag. Pro Pendel-Tag: 38 Cent/km. Pro Homeoffice-Tag: 6 € (max. 210 Tage).

  • „Mit Dienstwagen brauche ich keine Pendlerpauschale.“

    Falsch. Pendlerpauschale weiterhin absetzbar — sie gleicht die 0,03 %-Pendler-Versteuerung teilweise oder ganz aus.

  • „Die Pauschale rechnet sich nur ab langen Strecken.“

    Falsch (seit 2026). Ab dem 1. Kilometer 38 Cent. Auch 5-km-Pendler profitieren — und prozentual stärker als Fern-Pendler.

  • „Die Mobilitätsprämie gibt's für jeden.“

    Falsch. Nur für Steuerzahler unter dem Grundfreibetrag (12.348 € 2026). Über dieser Grenze wirkt der reguläre Werbungskosten-Abzug.

  • „Ich muss die Pauschale erst in der Steuererklärung 2027 ansetzen.“

    Du KANNST schon jetzt eine Lohnsteuerermäßigung beim Finanzamt beantragen. Dann hast du höheres Netto ab dem nächsten Monat.

  • „Mein Rechner ist amtlich.“

    Nein. Schätzung nach § 9 EStG — verbindlich ist nur der Steuerbescheid des Finanzamts.

Berechnung folgt § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG i.d.F. Steueränderungsgesetz 2025 sowie §§ 101–104 EStG (Mobilitätsprämie). Alle Werte sind Näherungen; maßgeblich ist der Steuerbescheid des Finanzamts. Keine Steuerberatung.