Mobilitätsprämie 2026 — Hidden Money für Geringverdiener

Wer unter dem Grundfreibetrag bleibt, kann die Pendlerpauschale steuerlich nicht nutzen — keine Lohnsteuer wird gezahlt. Stattdessen gibt es 14 % der Pauschale als direkte Auszahlung. Mit der Reform 2026 dauerhaft entfristet.

Anwendbar bei Einkommen

< 12.348 €

Grundfreibetrag 2026

Auszahlungs-Satz

14 %

der Pendlerpauschale

Status seit 2026

dauerhaft

vorher befristet

Was ist die Mobilitätsprämie?

Die Mobilitätsprämie nach §§ 101–104 EStG ist eine direkte Geldauszahlung des Staats — KEIN Steuerabzug. Sie greift bei Steuerpflichtigen, deren zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt (12.348 € 2026). Bei diesen wird gar keine Einkommensteuer fällig — die Pendlerpauschale läuft ins Leere. Stattdessen bekommen sie 14 % der Pauschale direkt vom Staat.

Beispielrechnung

Beispiel: Teilzeit-Pendlerin, 10 km × 132 Tage, Brutto 11.000 €.

  • Pendlerpauschale: 10 × 132 × 0,38 € = 502 €
  • Einkommen unter Grundfreibetrag → keine Steuer fällig
  • Mobilitätsprämie: 502 × 14 % = 70 € direkte Auszahlung

Wer hat Anspruch?

  • Mini-Job-Pendler mit Job an mehreren Mini-Jobs
  • Teilzeit mit niedrigem Brutto
  • Werkstudenten (oft unter Grundfreibetrag)
  • Rentner mit Hinzuverdienst
  • Bürgergeld-Empfänger mit Aufstocker-Job
  • Studenten mit Werkstudenten- oder Mini-Job

Reform 2026 — was sich geändert hat

  • Dauerhaft entfristet — vorher zeitlich begrenzt, jetzt fester Bestandteil des EStG.
  • Ab km 1 — folgt der allgemeinen Reform (vorher nur ab km 21).
  • 14 %-Satz unverändert — die Reform wirkt also indirekt durch die höhere Pauschale.

Wie beantragen?

Mit der Steuererklärung beim Finanzamt. Die Anlage Mobilitätsprämie ist Teil des Standard-Erklärungspakets. Auszahlung erfolgt automatisch nach Bescheiderstellung, in der Regel als Überweisung auf das Steuer-Konto.

Häufige Fragen

Ich beziehe Bürgergeld — kann ich auch Mobilitätsprämie bekommen?

Mit einem Mini-Job oder Aufstocker-Job ja, sofern du Pendel-Tage hast. Achte auf die Einkommens-Grenze (12.348 €) — diese gilt für das gesamte Jahreseinkommen.

Wirkt die Mobilitätsprämie auf den Bürgergeld-Anspruch?

Aktuell ist die Mobilitätsprämie als Steuerleistung anrechnungsfrei (§ 11a SGB II). Ein direkter Bonus also.

Wieso 14 %?

Das ist der niedrigste Steuersatz der Einkommensteuer-Tabelle (Eingangssteuersatz). Damit ist die Mobilitätsprämie konzeptionell ein 'Ausgleich' für nicht nutzbare Werbungskosten.

Was wenn ich knapp über dem Grundfreibetrag liege?

Dann greift die normale Steuersystematik (Werbungskosten-Abzug × Grenzsteuersatz). In der Regel ist das mehr als die Mobilitätsprämie — da sich Steuersätze schnell auf 20 % einpendeln.

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